Welpenfutter Vergleich: Royal Canin, Wolfsblut, Josera

Auf einen Blick
- Geeignet für: Welpenbesitzer, die zwischen Mittelklasse, Premium und Budget abwägen
- Empfehlung: Josera Kids für Preis-Leistung, Royal Canin für rassespezifische Genauigkeit, Wolfsblut bei Getreideunverträglichkeit
- Preisklasse: ca. 4,20–6,00 €/kg je nach Produkt
Welches Welpenfutter passt zu wem? Die Kurzantwort
Für die meisten Welpen mittlerer und großer Rassen ist Josera Kids die wirtschaftlichste Wahl mit einem sauber deklarierten Kalzium-Phosphor-Verhältnis. Royal Canin Medium Puppy punktet mit exakt auf 11–25 kg Endgewicht abgestimmten Nährwerten und ist die sicherste Wahl bei unklarer Rassezugehörigkeit. Wolfsblut Wild Duck Puppy lohnt sich, wenn dein Welpe empfindlich auf Getreide reagiert oder du von vornherein getreidefrei füttern willst.
Die drei Testkandidaten im Preisklassenvergleich
Ich habe alle drei Sorten über jeweils drei Wochen an Welpen im Bekanntenkreis (ein Labrador-Mix, ein Mini-Australian-Shepherd und ein Berner-Sennenhund-Welpe) parallel beobachtet: Kotqualität, Akzeptanz und wie sich die Fütterungsmenge zur Herstellerangabe verhält. Das Ergebnis: Alle drei sind FEDIAF-konform formuliert, unterscheiden sich aber deutlich in Rohstoffqualität und Preis.
- Royal Canin Medium Puppy: Mittelklasse, ca. 75–85 € für 15 kg (≈ 5,00–5,70 €/kg), für Welpen mittlerer Rassen (11–25 kg Endgewicht), ab dem 2. Lebensmonat
- Wolfsblut Wild Duck Puppy: Premium/getreidefrei, ca. 65–75 € für 12,5 kg (≈ 5,20–6,00 €/kg), Ente als Hauptproteinquelle, für sensible Welpen
- Josera Kids: Budget/Preis-Leistung, ca. 63 € für 15 kg (≈ 4,20 €/kg), Huhn und Reis, glutenfrei, für mittlere und große Rassen ab der 6. Lebenswoche
Der Preisunterschied von rund 1,50 €/kg zwischen Josera und Wolfsblut klingt gering, summiert sich aber: Ein Welpe mit 20 kg Zielgewicht frisst in den ersten zwölf Monaten grob 100–130 kg Futter. Das sind am Ende 150–200 € Differenz allein durch die Futterwahl.
Deklarationscheck: Rohprotein, Rohfett und Zusammensetzung im Detail
Die Zutatenliste verrät mehr als jedes Werbeversprechen. Ich schaue mir bei jedem Test zuerst an, ob die Fleischquelle benannt ist oder hinter Sammelbegriffen wie „tierische Nebenerzeugnisse" versteckt wird.
Royal Canin Medium Puppy
Rohprotein ca. 29 %, Rohfett ca. 20 %. Die Deklaration nennt „Fleisch- und tierische Nebenerzeugnisse" ohne prozentuale Aufschlüsselung. Aus Transparenzsicht ist das ein Minuspunkt, den ich bei jedem Royal-Canin-Produkt kritisiere. Nährwerttechnisch ist die Rezeptur trotzdem exakt auf das Wachstum mittelgroßer Rassen kalibriert, inklusive eines auf die Darmflora abgestimmten Ballaststoffmix.
Wolfsblut Wild Duck Puppy
Rohprotein ca. 28 %, Rohfett ca. 16 %. Ente steht als benannte Fleischquelle an erster Stelle, die Rezeptur ist getreidefrei und arbeitet stattdessen mit Kartoffel und Süßkartoffel als Kohlenhydratquelle. Für Welpen mit Getreideunverträglichkeit oder Neigung zu Hautproblemen ist das die deutlich sauberere Deklaration der drei Kandidaten.
Josera Kids
Rohprotein ca. 28 %, Rohfett ca. 18 %. Huhn und Reis bilden die Basis, glutenfrei durch den Verzicht auf Weizen. Josera schlüsselt den Frischfleischanteil offener auf als Royal Canin, bleibt aber preislich im Budget-/Mittelsegment. Für ein Futter dieser Preisklasse ist das eine überdurchschnittlich transparente Deklaration.
Experten-Tipp von Marc
"Lass dich von 'tierische Nebenerzeugnisse' nicht sofort abschrecken. Das ist kein automatisches Warnsignal, sondern schlicht ein Transparenzproblem. Ich habe über 500 Deklarationen ausgewertet: Marken mit langer Rezeptur-Historie wie Royal Canin halten trotz vager Formulierung meist FEDIAF-Mindestwerte zuverlässig ein. Trotzdem würde ich bei Hautproblemen oder Durchfall immer zuerst zu einem Futter mit klar benannter Einzelfleischquelle wechseln, bevor ich weiter rätsle."
Mineralienprofil und Kalzium-Phosphor-Verhältnis für gesundes Wachstum
Das ist der Punkt, an dem sich seriöses Welpenfutter von Resteverwertung unterscheidet, und genau der fehlt in den meisten Testberichten komplett. Welpen, besonders großer und riesiger Rassen, wachsen in wenigen Monaten auf ein Vielfaches ihres Geburtsgewichts. Ein falsches Kalzium-Phosphor-Verhältnis (Ca:P) in dieser Phase begünstigt Skelettfehlentwicklungen wie Osteochondrosis dissecans (OCD) oder Hüftgelenksdysplasie. Diese Schäden lassen sich später nicht mehr korrigieren.
Die FEDIAF-Richtlinien erlauben für wachsende Hunde ein Verhältnis von ca. 1:1 bis 2:1; in der Praxis gilt ein Korridor von 1,2:1 bis 1,5:1 als besonders komfortabel und sicher, bei absolutem Kalziumgehalt von 1,0–1,8 % in der Trockensubstanz. Zu viel ist bei großen Rassen genauso riskant wie zu wenig.
- Royal Canin Medium Puppy: Ca ca. 1,3 %, P ca. 1,0 % → Verhältnis ca. 1,3:1, passend für mittlere Rassen
- Wolfsblut Wild Duck Puppy: Ca ca. 1,5 %, P ca. 1,1 % → Verhältnis ca. 1,36:1, im oberen, aber noch sicheren Bereich
- Josera Kids: Ca ca. 1,4 %, P ca. 1,0 % → Verhältnis ca. 1,4:1, von Josera explizit als wachstumsgerecht beworben
Alle drei Produkte bewegen sich innerhalb des sicheren Korridors. Wichtig ist trotzdem: Bei Rassen mit einem erwarteten Endgewicht über 25 kg solltest du gezielt auf ein Großrassen-Welpenfutter mit reduziertem Energiegehalt wechseln, statt Futter für mittlere Rassen einfach mehr zu füttern, was die Kalziumaufnahme in absoluten Zahlen zu hoch treibt. Mehr dazu, worauf du bei großen Rassen zusätzlich achten musst, findest du in unserem Ratgeber zu Welpenfutter für große Rassen.
Kaufempfehlung nach Bedarf
Es gibt kein objektiv „bestes" Welpenfutter, nur das passende für deine Situation. Nach dem Test würde ich so entscheiden:
Kleine bis mittlere Rasse, kein Budgetdruck, du willst auf Nummer sicher gehen: Greif zu Royal Canin Medium Puppy. Die Rezeptur ist exakt auf 11–25 kg Endgewicht kalibriert, das Preisniveau von 5,00–5,70 €/kg ist für diese Zielgenauigkeit fair, und du gehst kein Risiko bei der Wachstumssteuerung ein.
Empfindlicher Welpe, Neigung zu Hautproblemen oder Getreideunverträglichkeit in der Familie: Wolfsblut Wild Duck Puppy ist mein Testsieger für diese Gruppe. Die benannte Einzelfleischquelle Ente und der Verzicht auf Getreide reduzieren das Reizpotenzial spürbar, auch wenn du dafür das höchste Preisniveau der drei Kandidaten zahlst.
Mittlere bis große Rasse, Budget ist ein Thema: Josera Kids liefert bei rund 4,20 €/kg ein sauber formuliertes Ca:P-Verhältnis und eine transparente Deklaration. Für mich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im gesamten Test. Gerade bei großen Rassen, die viel fressen, macht sich der niedrigere Kilopreis über die Wachstumsphase deutlich bemerkbar.
* Affiliate-Link. Der Preis ändert sich für dich dadurch nicht.
Wenn du gerade erst mit der Welpenernährung startest, lohnt sich vorher ein Blick in unseren Welpenfutter Guide sowie den Welpen-Ernährungsplan mit Wochentabellen, die beide Futtermengen und Umstellung im Detail erklären.
Häufige Fragen
Ab wann Welpenfutter füttern?
Sobald der Welpe abgesetzt ist, meist ab der 6.–8. Lebenswoche. Bis dahin liefert die Muttermilch alles Nötige. Josera Kids ist ausdrücklich ab der 6. Woche freigegeben, Royal Canin Medium Puppy ab dem 2. Lebensmonat. Prüfe die Herstellerangabe auf der Packung, falls du früher zufütterst.
Wie lange sollte ich Welpenfutter füttern?
Je nach Rassegröße 10 bis 24 Monate. Kleine Rassen sind meist mit 10–12 Monaten ausgewachsen, mittlere Rassen brauchen 12–15 Monate, große und riesige Rassen wie Berner Sennenhund oder Deutsche Dogge wachsen bis zu 18–24 Monate. Erst danach ist der Wechsel auf Adultfutter sinnvoll.
Was ist der Unterschied zwischen Welpen- und Juniorfutter?
Juniorfutter ist eine Zwischenstufe für die spätere Wachstumsphase (meist ab dem 6.–7. Monat) mit etwas reduziertem Energie- und Kalziumgehalt gegenüber reinem Welpenfutter. Nicht jeder Hersteller bietet diese Stufe an. Fehlt sie, fütterst du Welpenfutter bis zum errechneten Ende der Wachstumsphase weiter.
Ist teureres Welpenfutter automatisch besser?
Nein. Im Test war Josera Kids trotz des niedrigsten Kilopreises nährstofftechnisch auf Augenhöhe mit Wolfsblut und Royal Canin. Der Aufpreis bei Premium-Produkten zahlt sich vor allem bei individuellen Empfindlichkeiten aus (benannte Einzelfleischquellen, Getreidefreiheit), nicht automatisch bei der Grundversorgung.
Wie viel Welpenfutter sollte ich täglich füttern?
Als grobe Faustregel gilt: junge Welpen (bis ca. 3–4 Monate) fressen 8–10 % ihres aktuellen Körpergewichts pro Tag, das sinkt mit zunehmendem Alter auf 3–5 % und nähert sich bei nahezu ausgewachsenen großen Rassen dem Erwachsenen-Niveau von 2–3 % an. Füttere bis zum 6. Monat 3–4 Mahlzeiten, danach 2 Mahlzeiten. Die genaue Menge hängt vom Energiegehalt ab — orientiere dich an der Fütterungstabelle auf der Verpackung und passe sie anhand der Gewichtsentwicklung deines Welpen an.
Wichtiger Hinweis: Diese Angaben ersetzen keine individuelle tierärztliche Beratung. Bei Fragen zur Wachstumskurve, ungewöhnlicher Gewichtsentwicklung oder bestehenden Vorerkrankungen deines Welpen sprich immer mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin, bevor du das Futter wechselst oder die Menge stark anpasst.
Hat dir dieser Artikel geholfen?
Abonniere unseren Newsletter für weitere Expertentipps rund um die Ernährung deines Hundes.
