Welpen Ernährungsplan: Wochenplan vom Absetzen bis 16 Wochen

Auf einen Blick
- Geeignet für: Welpenbesitzer von der 8. Lebenswoche bis zur Umstellung auf Adultstadium
- Mahlzeiten: 8–12 Wochen: 4×/Tag | 12–20 Wochen: 3×/Tag | ab 6 Monate: 2×/Tag
- Faustregel Futtermenge: 5–10 % des aktuellen Körpergewichts täglich, je nach Aktivität und Futtertyp
- Wichtig: Regelmäßige Entwurmung und Gewichtskontrolle beim Tierarzt sind Pflicht
Ein strukturierter Welpen Ernährungsplan ist der wichtigste Grundstein für ein gesundes Hundeleben. Welpen, die in den ersten Lebensmonaten zu viel, zu wenig oder das falsche Futter bekommen, tragen oft lebenslange Folgeschäden davon — von Gelenkproblemen über Übergewicht bis hin zu Verdauungsstörungen. Die gute Nachricht: Mit einem klaren Wochenplan, den richtigen Futtermengen und ein paar einfachen Regeln machst du als Welpenbesitzer nahezu alles richtig. Dieser Artikel liefert dir konkrete Zahlen, Tabellen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung von der 8. Lebenswoche bis zur Umstellung auf Erwachsenenfutter.
Grundregel vorab: Dein Welpe kommt frühestens mit 8 Wochen zu dir — zu diesem Zeitpunkt ist er vollständig abgesetzt und braucht ausschließlich Welpenspezialfutter. Muttermilch liefert in den ersten Lebenswochen alles Notwendige; danach übernimmst du die Verantwortung für eine vollwertige Ernährung.
Warum Welpen eigenes Futter brauchen
Erwachsenes Hundefutter ist für Welpen ungeeignet — und zwar aus mehreren Gründen. Welpen wachsen je nach Rasse in wenigen Monaten auf das 20- bis 100-fache ihres Geburtsgewichts heran. Dieser rasante Aufbau von Muskeln, Knochen und Organen erfordert deutlich mehr Protein, Kalzium, Phosphor und bestimmte Vitamine als Adultstadium-Futter liefert.
Gleichzeitig ist mehr nicht immer besser: Zu viel Kalzium bei großen Rassen begünstigt Skelettfehlstellungen wie OCD (Osteochondrosis dissecans). Zu viel Energie fördert übermäßiges Wachstum und belastet Gelenke. Ein hochwertiges Welpenfutter — aus dem Fachhandel oder einer vertrauenswürdigen Marke — ist auf diese Balance ausgelegt. Lass dich nicht von günstigem Futter mit langen Zutatenlisten verleiten.
Tierarzt-Hinweis: Entwurmung nicht vergessen
Welpen sollten laut Empfehlung der Bundestierärztekammer alle 2 Wochen entwurmt werden — von der Geburt bis zur 12. Lebenswoche, danach monatlich bis zum 6. Lebensmonat. Ein Wurmbefall beeinträchtigt die Nährstoffaufnahme und verfälscht deinen Ernährungsplan erheblich. Sprich die Entwurmung bei der ersten Welpenuntersuchung mit deinem Tierarzt ab.
Welpen Ernährungsplan: Woche 8 bis 12
Die ersten Wochen nach dem Einzug sind die prägendsten — für die Sozialisation und die Ernährung. Dein Welpe ist noch im Hochstress des Umzugs, sein Verdauungssystem ist empfindlich. Starte mit dem Futter, das der Züchter verwendet hat, und wechsle erst nach 1–2 Wochen langsam auf dein gewünschtes Produkt um.
Futterumstellung nach dem Einzug (Woche 8–9)
Mische in den ersten 7–10 Tagen das Züchterfutter mit deinem neuen Welpenfutter: Start mit 75 % alt / 25 % neu, dann 50/50, dann 25/75, schließlich 100 % neu. Zu schnelle Umstellung verursacht Durchfall. Eine ausführliche Anleitung dazu findest du in meinem Artikel über die Futterumstellung beim Hund.
Mahlzeitenplan Woche 8–12
- 4 Mahlzeiten täglich im Abstand von ca. 4–5 Stunden
- Empfohlene Zeiten: 7:00 | 11:00 | 15:00 | 19:00 Uhr
- Napf nach 15 Minuten wegstellen — Welpen sollen lernen, ihre Mahlzeit zu essen, nicht stehen zu lassen
- Frisches Wasser immer verfügbar
| Körpergewicht Welpe | Tagesmenge Trockenfutter | Pro Mahlzeit (4×/Tag) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 1–2 kg | 50–80 g | 13–20 g | Kleine/Toy-Rassen |
| 2–5 kg | 80–150 g | 20–38 g | Kleine Rassen (Beagle, Cocker) |
| 5–10 kg | 150–250 g | 38–63 g | Mittlere Rassen (Spaniel, Husky) |
| 10–20 kg | 250–400 g | 63–100 g | Große Rassen (Labrador, Golden) |
| 20–35 kg | 400–600 g | 100–150 g | Sehr große Rassen (Dogge, Berner) |
Richtwerte für hochwertiges Welpenfutter (~3.500 kcal/kg). Immer die Packungsangabe des verwendeten Futters als Ausgangspunkt nehmen und ans tatsächliche Gewicht und Aktivitätsniveau anpassen.
Ein bewährtes Welpenfutter für diese Phase ist das Wolfsblut Wild Duck Puppy (12,5 kg) — getreidefrei, mit Ente und Kartoffel, speziell auf den erhöhten Nährstoffbedarf von Welpen abgestimmt. Die Rezeptur kommt ohne Getreide aus und eignet sich gut für empfindliche Welpenmägen.
Welpen Ernährungsplan: Woche 12 bis 16
Zwischen der 12. und 16. Woche wächst dein Welpe rasant. Die meisten Rassen haben ihr Wachstumstempo auf Hochtouren. In dieser Phase kannst du auf 3 Mahlzeiten täglich reduzieren — das ist für die meisten Welpen ab 3 Monaten problemlos möglich, sofern die Gesamttagesmenge gleich bleibt.
Mahlzeitenplan Woche 12–20
- 3 Mahlzeiten täglich
- Empfohlene Zeiten: 7:00 | 13:00 | 19:00 Uhr
- Gesamttagesmenge bleibt gleich oder steigt leicht mit dem Gewicht
- Gewichtskontrolle alle 2 Wochen empfehlenswert
| Lebensphase | Mahlzeiten/Tag | Tagesration (% des Körpergewichts) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 8–12 Wochen | 4× | 7–10 % | Magen noch sehr klein; kleine Portionen |
| 12–16 Wochen | 3× | 6–8 % | Starkes Wachstum, Energiebedarf hoch |
| 16–20 Wochen | 3× | 5–7 % | Wachstum verlangsamt sich leicht |
| 5–6 Monate | 2–3× | 4–6 % | Umstieg auf 2× täglich möglich |
| Ab 6 Monate | 2× | 3–5 % | Ggf. Umstieg auf Junghundfutter |
Die Prozentwerte gelten für Trockenfutter mit ca. 3.500 kcal/kg. Bei Nassfutter oder BARF-Ernährung gelten andere Richtwerte — dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Futterarten im Überblick: Trocken, Nass oder BARF?
Für Welpen stehen dieselben Futteroptionen zur Wahl wie für erwachsene Hunde — mit einigen wichtigen Unterschieden in der Handhabung.
Trockenfutter (Kibble)
Trockenfutter ist für die meisten Welpenbesitzer die einfachste Option. Es ist energiedicht, gut portionierbar, lange haltbar und die meisten hochwertigen Welpenfutter sind ausgewogen formuliert. Nachteil: Welpen mit sehr kleinen Mäulern (Chihuahua, Yorkshire Terrier) können an der Krokettengrüße scheitern — hier spezielle Mini-Kroketten wählen. Trockenfutter enthält ca. 8–10 % Wasser, was die Prozentwerte aus der Tabelle oben zugrunde legt.
Nassfutter
Nassfutter (ca. 75–80 % Wassergehalt) wird von vielen Welpen sehr gerne gefressen — ideal als Ergänzung oder für wählerische Esser. Achtung: Die Tagesmenge bei reinem Nassfutter liegt 3–4× höher als bei Trockenfutter (gleiche kcal-Menge). Nassfutter allein kann bei manchen Rassen die Zahnsteinbildung fördern — kombiniere es mit Trockenfutter oder Kauspielzeug.
BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter)
BARF bei Welpen ist möglich, erfordert aber besonders viel Sorgfalt. Die Nährstoffbalance (Kalzium/Phosphor, Spurenelemente, Vitamine) muss präzise gestimmt sein — Fehler haben bei einem wachsenden Tier direkte Konsequenzen. Wenn du BARFen möchtest, nutze ein hochwertiges Mineralstoffpräparat wie das AniForte Barf Complete Pulver (1 kg), das auf die Ergänzung von Rohfleisch ausgelegt ist. Mehr dazu in meinem ausführlichen BARF-Guide für Hunde.
Für sehr große Rassen (Labrador, Deutschen Schäferhund, Dogge) gelten beim Welpen Ernährungsplan besondere Regeln bezüglich Kalzium und Energiedichte — diese Rassen haben ein erhöhtes Risiko für Skeletterkrankungen bei falscher Fütterung. Mehr dazu in meinem Artikel über Welpenfutter für große Rassen.
Nahrungsergänzung: Was sinnvoll ist — und was nicht
Gesunde Welpen, die ein vollwertiges Welpenfutter in der richtigen Menge bekommen, brauchen keine zusätzlichen Nahrungsergänzungsmittel. Das ist keine Werbung gegen Nahrungsergänzung — sondern eine Warnung vor Überversorgung, die besonders bei Kalzium und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) gefährlich werden kann.
Was sinnvoll sein kann:
- B-Vitamine und Biotin bei trockenem Fell oder in Stressphasen: 8in1 Bierhefe Tabletten (260 Stk.) — günstig, gut verträglich, enthält B-Vitamine, Zink und Biotin
- Probiotika nach Durchfall-Episoden oder Antibiotika-Gabe (nach Rücksprache mit dem Tierarzt)
- Omega-3-Fettsäuren (Lachsöl) bei trockenem Fell — maximal 1 TL/10 kg Körpergewicht täglich
Kalzium-, Vitamin-D- oder Phosphor-Supplemente hingegen solltest du bei Welpen ohne tierärztliche Diagnose und Dosierungsempfehlung niemals eigenständig geben. Zu viel Kalzium ist bei Welpen großer Rassen eine der häufigsten Ursachen für Skeletterkrankungen.
Die 7 häufigsten Fütterungsfehler bei Welpen
In meiner Erfahrung als Hundehalter und Autor dieses Blogs sind diese Fehler am häufigsten — und am leichtesten zu vermeiden:
- Zu viel Futter: Welpen sollen schlank aufwachsen, nicht "rund". Ein etwas magerer Welpe ist gesünder als ein zu dicker — besonders bei großen Rassen. Rippencheck: Du solltest die Rippen leicht ertasten, aber nicht sehen können.
- Zu schnelle Futterumstellung: Mindestens 7–10 Tage für den Wechsel einplanen (75/25 → 50/50 → 25/75 → 100 % neu).
- Leckerlis vergessen bei der Kalkulation: Trainingsleckerlis zählen zur Tageskalorien — bei intensivem Training die Hauptmahlzeit entsprechend reduzieren.
- Kalzium-Supplemente ohne Tierarzt: Wie oben beschrieben — kann bei großen Welpen schwere Gelenkschäden verursachen.
- Menschliches Essen als Belohnung: Zwiebeln, Knoblauch, Trauben, Rosinen, Schokolade und Avocado sind für Hunde giftig. Eine vollständige Liste findest du in meinem Artikel über giftige Lebensmittel für Hunde.
- Freies Fressen (Ad-libitum-Fütterung): Nur in absoluten Ausnahmefällen sinnvoll. Strukturierte Mahlzeiten fördern Sättigung, Gewichtskontrolle und Training.
- Umstieg auf Adultstadium-Futter zu früh oder zu spät: Kleine Rassen (unter 10 kg) sind mit 9–12 Monaten ausgewachsen; große Rassen (über 25 kg) erst mit 18–24 Monaten. Den Umstieg nach der Wachstumsphase einplanen.
Wann auf Junghundfutter oder Adultstadium-Futter umsteigen?
Das ist die Frage, die fast jeder Welpenbesitzer irgendwann stellt. Die Faustregel:
Umstieg auf Adultstadium-Futter
- Kleine Rassen (bis 10 kg): Mit ca. 9–12 Monaten
- Mittlere Rassen (10–25 kg): Mit ca. 12–15 Monaten
- Große Rassen (25–45 kg): Mit ca. 15–18 Monaten
- Sehr große Rassen (über 45 kg): Mit ca. 18–24 Monaten
Bei Unsicherheit: Tierarzt fragen und Wachstumskurve dokumentieren.
Auch beim Umstieg auf Adultstadium-Futter gilt: langsam umstellen (7–10 Tage), Gewicht beobachten und im ersten Monat nach dem Wechsel die Futtermengenangabe des neuen Futters als Ausgangspunkt nutzen.
FAQ: Welpen Ernährungsplan
Wie oft am Tag füttere ich einen 8 Wochen alten Welpen?
Mit 8 Wochen sollte dein Welpe 4-mal täglich gefüttert werden — sein Magen ist noch sehr klein und kann keine großen Mahlzeiten aufnehmen. Verteile die Tagesmenge gleichmäßig über den Tag, zum Beispiel um 7:00, 11:00, 15:00 und 19:00 Uhr.
Wie viel Futter braucht ein 3 Monate alter Welpe?
Das hängt vom Körpergewicht und der Energiedichte des Futters ab. Als Faustregel gilt: 6–8 % des aktuellen Körpergewichts täglich bei hochwertigen Trockenfutter. Ein 5 kg schwerer Welpe bekommt also ca. 300–400 g Trockenfutter pro Tag, aufgeteilt auf 3 Mahlzeiten. Die Packungsangabe deines Futters immer als Ausgangspunkt nutzen.
Kann ich meinen Welpen mit Erwachsenenfutter füttern?
Nein — zumindest nicht dauerhaft und nicht als einzige Ernährungsgrundlage. Adultstadium-Futter ist nicht auf den erhöhten Nährstoff- und Energiebedarf von Welpen ausgelegt. Bei kleinen Rassen kann im Notfall eine kurze Überbrückung möglich sein, aber der Umstieg auf Welpenfutter sollte schnellstmöglich erfolgen.
Ab wann darf mein Welpe Leckerlis bekommen?
Leckerlis können ab dem ersten Tag genutzt werden — zum Beispiel für Stubenreinheit-Training und Grundkommandos. Wichtig: Leckerlis auf die Tageskalorien anrechnen und kleine, für Welpen geeignete Snacks wählen. Keine harten Kauknochen für Welpen unter 4–5 Monaten (noch weiche Milchzähne).
Ist BARF für Welpen geeignet?
BARF ist für Welpen möglich, aber anspruchsvoll. Die Nährstoffbalance (besonders Kalzium und Phosphor) muss stimmen — Fehler wirken sich bei einem wachsenden Tier direkt aus. Wenn du BARFen möchtest, nutze immer ein Mineralstoffpräparat und lass den Welpen regelmäßig vom Tierarzt auf Wachstum und Entwicklung kontrollieren.
Wann soll ich auf Adultstadium-Futter umstellen?
Je nach Rasse zwischen 9 und 24 Monaten. Kleine Rassen früher (ab ca. 9–12 Monaten), sehr große Rassen erst mit 18–24 Monaten — weil ihr Skelett länger wächst und Welpenfutter in dieser Zeit die optimale Nährstoffversorgung sichert.
Mein Welpe frisst nicht — was tun?
Kurze Fress-Pausen (1–2 Mahlzeiten) sind bei Welpen durch Stress, Zahnen oder Hitze normal. Napf nach 15 Minuten wegstellen und kein Ersatz-Leckerli anbieten — sonst lernt der Welpe, das Futter zu verweigern, um etwas Besseres zu bekommen. Frisst dein Welpe länger als 24 Stunden nicht oder zeigt weitere Symptome, sofort zum Tierarzt.
Hat dir dieser Artikel geholfen?
Abonniere unseren Newsletter für weitere Expertentipps rund um die Ernährung deines Hundes.
