Stiftung Warentest Hundefutter: Ergebnisse richtig lesen

Auf einen Blick
- Aktuellster Test: Trockenfutter 8/2025 — 24 Produkte, jedes dritte überzeugte
- Was bewertet wird: Nährstoffdeckung (60 %), Schadstoffe (10 %), Deklaration (10 %) — nicht Rohstoffqualität
- Warum Discounter oft gewinnen: Synthetische Vitaminpakete gleichen günstige Rohstoffe aus
- Vollständige Noten: Nur hinter der Paywall auf test.de (4,90 €) — konkrete Einzelnoten nicht frei verfügbar
- Mein Fazit: Wertvoller Negativfilter für Schadstoffe, aber kein Urteil über Futterqualität im ganzheitlichen Sinn
Stiftung Warentest Hundefutter — die kurze Antwort
Die Stiftung Warentest prüft Hundefutter primär auf Nährstoffvollständigkeit und Schadstofffreiheit — und das tut sie verlässlich. Was die Tests nicht leisten: ein Urteil über Rohstoffqualität, Verdaulichkeit oder den tatsächlichen Fleischanteil. Günstige Produkte aus dem Discounter können deshalb genauso gut abschneiden wie Premium-Futter, weil sie ihre Nährstoffziele über synthetische Vitaminpakete erreichen. Die Ergebnisse sind damit ein nützlicher Negativfilter, aber kein vollständiger Qualitätskompass. Im Trockenfutter-Test vom August 2025 überzeugte laut Stiftung Warentest jedes dritte der 24 getesteten Produkte — Tagesportionen sind ab 25 Cent möglich.
Die aktuellen Testergebnisse im Überblick
Trockenfutter-Test 2025 — jedes dritte Produkt überzeugt
Im August 2025 veröffentlichte die Stiftung Warentest den bislang aktuellsten großen Hundefutter-Test: 24 Trockenfutter-Produkte wurden untersucht, darunter 5 Sensitiv-Varianten und 2 Bio-Produkte. Das Testergebnis: "Jedes dritte Hunde-Trockenfutter überzeugt." Günstige Tagesportionen sind demnach bereits ab 25 Cent möglich — ein klares Signal, dass Preis allein kein Qualitätsmerkmal ist.
Unter den getesteten Marken befanden sich bekannte Namen aus dem Lebensmittelhandel und dem Fachhandel: Aldi Romeo, Bosch, Crave, Defu, dm Dein Bestes, Fressnapf, Frolic, Happy Dog, Herrmann's, Josera, JosiDog, Kaufland K-Classic, Lidl Orlando, Markus-Mühle, Netto Pablo, Penny Lucky Dog, Purina Beneful, Rossmann Winston, Wolfsblut und Zooroyal. Die vollständigen Einzelnoten sind ausschließlich hinter der Paywall auf test.de verfügbar (4,90 €). Konkrete Benotungen einzelner Produkte nenne ich hier bewusst nicht — das wäre Spekulation.
Zwei getestete Marken kennst du vielleicht auch aus meinen eigenen Empfehlungen. Happy Dog NaturCroq Balance 15 kg* und Josera SensiPlus 12,5 kg* sind Produkte aus der Testgruppe, die ich unabhängig davon wegen ihrer transparenten Deklaration schätze. Ob und wie sie im Test abschnitten, entnimmst du dem Originalbericht.
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Nassfutter-Test 2022 — Discounter dominieren die Spitze
Beim Nassfutter-Test im Mai 2022 untersuchte die Stiftung Warentest 22 Produkte für ausgewachsene Hunde. Das Ergebnis war aufsehenerregend: Die günstigsten Produkte aus dem Discounter landeten an der Spitze. Mit Note 1,2 gewann Edeka "Feine Mahlzeit", gefolgt von Aldi "Romeo Classic" (1,3) sowie Lidl "Orlando" und Rewe "Ja" (je 1,5).
Gleichzeitig fiel ein Produkt dramatisch durch: animonda Gran Carno Adult Rind + Herz wurde mit "mangelhaft" bewertet. Das ist bemerkenswert, weil animonda Gran Carno in der Fachhandels-Community oft als hochwertig gilt. Der Grund für das schlechte Abschneiden lag nicht am Fleischanteil, sondern an Mängeln bei Nährstoffdeckung und Deklaration — genau die Kriterien, die der Test bewertet. Das zeigt: Im Stiftung-Warentest-Universum gelten eigene Regeln. Ich rate dennoch, die Deklaration zu lesen und zu verstehen, bevor du ein Produkt kaufst.
Insektenfutter-Test 2023 — Trocken besser als Nass
Im Juli 2023 testete die Stiftung Warentest 10 Insekten-Hundefutter-Produkte (7 Trockenfutter, 3 Nassfutter). Das Ergebnis war eindeutig: 6 von 7 Trockenfuttern waren nährstoffgerecht, alle 3 Nassfutter erhielten die Note "mangelhaft". Das Fazit der Tester: Insektenfutter ist eine teure Alternative zu konventionellem Futter — ein konkreter Mehrwert für gesunde Hunde ohne Allergiehintergrund ließ sich nicht belegen. Für Hunde mit bestätigten Protein-Allergien kann Novel Protein dennoch sinnvoll sein — das sollte aber der Tierarzt entscheiden, nicht ein allgemeiner Nachhaltigkeitstrend.
Was Stiftung Warentest wirklich misst — die Methodik erklärt
Bevor du die Testergebnisse interpretierst, musst du verstehen, nach welchen Kriterien bewertet wird. Die Methodik des aktuellen Trockenfutter-Tests 2025 zeigt die Gewichtung klar:
| Kriterium | Gewicht | Was konkret geprüft wird |
|---|---|---|
| Nährstoffqualität | 60 % | Einhaltung der FEDIAF/NRC-Mindestanforderungen für Protein, Fett, Vitamine, Mineralien — unabhängig davon, ob die Quellen synthetisch oder natürlich sind |
| Fütterungsempfehlungen | 15 % | Ob die Mengenangaben auf der Packung plausibel und vollständig sind |
| Schadstoffe | 10 % | Pestizide, Schwermetalle, Mykotoxine, Dioxine — das Herzstück des Tests aus meiner Sicht |
| Deklaration | 10 % | Vollständigkeit und Korrektheit der Zutatenliste, Kennzeichnung von Zusatzstoffen |
| Verpackung | 5 % | Recyclingfähigkeit, Materialwahl |
Das Fundament bilden die FEDIAF-Richtlinien (Europäischer Heimtiernahrungsverband) und die Empfehlungen des NRC (National Research Council) — die international anerkannten Mindeststandards für Hunde-Nährstoffversorgung. Für Rohprotein gelten dabei folgende Orientierungswerte: normale Erhaltungsdiät 20–30 %, High-Protein-Futter über 30 %, Diätfutter unter 18 %. Rohfett: Normal 10–20 %, Light unter 8 %, Sport/Active über 20 %.
Die Kernaussage eines positiven Testergebnisses lautet damit: "Das Futter ist nährstoffdeckend und schadstoffarm." Das ist wertvoll — aber kein vollständiges Qualitätsurteil. Was der Test nicht sagt: ob dein Hund das Futter gut verträgt, wie verdaulich die Nährstoffe tatsächlich sind und woher das Fleisch stammt.
Experten-Tipp von Marc
"Den Schadstoffe-Block mit 10 % Gewichtung halte ich für den eigentlichen Kern des Tests — und den am meisten unterschätzten. Ein Futter, das im Labor sauber ist, hat einen echten Vorteil gegenüber einem, das keine Laborprüfung kennt. Das allein rechtfertigt es, die Stiftung-Warentest-Ergebnisse im Blick zu haben. Aber für die Rohstoffqualität musst du zusätzlich die Deklaration lesen — und dort genau hinschauen, was hinter 'Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse' wirklich steckt."
Warum günstige Produkte so oft gewinnen
Das überraschendste Ergebnis der Stiftung-Warentest-Tests: Discounter-Produkte für wenige Cent die Portion landen regelmäßig auf den Spitzenplätzen, während Premium-Futter für 8–12 Euro pro Kilogramm mittelmäßig oder sogar schlecht abschneidet. Wie ist das möglich?
Die Antwort liegt in der synthetischen Vitaminvormischung. Ein günstiges Futter mit minderwertigem Fleischanteil und wenig naturbelassenen Zutaten kann seine Nährstoffziele trotzdem zuverlässig treffen — indem Hersteller am Ende der Rezeptur einfach eine standardisierte synthetische Vitaminvormischung hinzufügen. Vitamin A, D, E, B-Komplex, Kalzium, Phosphor, Zink — alles messbar, alles im Zielbereich. Kostet wenig, hebt die Laborwerte zuverlässig an.
Naturbelassene Futter ohne oder mit wenig Synthetik dagegen haben es schwerer: Hitzelabile Vitamine — vor allem B-Vitamine — werden beim Extrusionsprozess (dem Pressverfahren für Trockenfutter) teilweise zerstört. Futter, das bewusst auf synthetische Zusätze verzichtet, riskiert deshalb, unter die FEDIAF-Mindestwerte zu fallen — und wird im Test abgewertet, obwohl die Rohstoffe hochwertiger sein mögen.
Ich nenne das intern das "Fastfood-Paradox": Eine Fertigpizza, die auf dem Nährwertlabel alle Tageswerte abdeckt, ist aus Laborsicht "ausgewogen" — die Qualität der Zutaten spielt keine Rolle. Im Hundefutter-Test gilt dasselbe Prinzip. Das ist kein Vorwurf an die Stiftung Warentest — die misst, was chemisch nachweisbar ist. Aber es erklärt, warum du die Ergebnisse mit diesem Wissen lesen musst.
Was der Test nicht bewertet — die blinden Flecken
Damit du keine falschen Schlüsse ziehst, hier eine klare Liste dessen, was die Stiftung Warentest beim Hundefutter nicht beurteilt:
- Rohstoffqualität: Ob "Geflügel" Filet oder Feder-Hydrolysat bedeutet, zeigt kein Labortest — nur die Deklaration und das Verständnis der Zutatenbezeichnungen.
- Verdaulichkeit: Wie viel vom deklarierten Protein der Hund tatsächlich aufnimmt, ist aufwändig zu messen und wird im Test nicht berücksichtigt. Weizengluten etwa ist ein vollständig "sauberes" Protein, aber deutlich schlechter bioverfügbar als Muskelfleisch.
- Tatsächlicher Fleischanteil: "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" kann 4 % Muskelfleisch bedeuten oder 60 % — der Test macht keinen Unterschied, solange die Nährstoffwerte stimmen.
- Zuckergehalt: Versteckter Zucker über Sirup, Fruktose oder Dextrose taucht in der Nährwertanalyse als Kohlenhydrat auf, aber nicht als Risikofaktor.
- Individuelle Verträglichkeit: Was für einen gesunden Mischling passt, muss für einen sensiblen Retriever oder einen Hund mit Nierenerkrankung nicht passen. Der Test prüft auf den "durchschnittlichen gesunden Hund" — eine statistische Abstraktion, die dein konkretes Tier nicht kennt.
- Zutatenherkunft und Tierschutzstandards: Ob das Fleisch aus Deutschland, Polen oder Übersee stammt und unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden, ist kein Testkriterium.
Das bedeutet nicht, dass Premium-Futter automatisch besser ist. Viele teure Produkte haben schlechte Deklarationen und verstecken sich hinter Marketingbegriffen. Mein Rat: Nutz den Stiftung-Warentest als Negativfilter für Schadstoffe und als grobe Orientierung — und kombiniere ihn mit eigener Deklarationslektüre.
So nutzt du den Stiftung Warentest sinnvoll
Hier ist mein praktischer Ansatz, den ich nach über 500 analysierten Produkten empfehle:
- Schritt 1 — Negativliste: Jedes Futter, das bei Schadstoffen schlecht abschneidet, fliegt raus — ohne Wenn und Aber. Das ist die wertvollste Information im Test.
- Schritt 2 — Deklaration lesen: Bei den verbleibenden Produkten schaust du dir die Zutatenliste an. Konkrete Tierart und Körperteil (z. B. "Hühnerfleisch 45 %") ist gut. "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ohne Mengenangabe ist ein Warnsignal — egal, wie gut das Produkt im Test war. Mehr dazu in meinem Artikel zur Hundefutter-Deklaration.
- Schritt 3 — Preis-Leistung realistisch bewerten: Ein "sehr gutes" Discounter-Futter kann für einen gesunden Hund ohne besondere Bedürfnisse absolut ausreichend sein. Premium-Futter lohnt sich vor allem bei sensiblen Hunden, spezifischen Allergien oder erhöhtem Nährstoffbedarf.
- Schritt 4 — Tierarzt einbeziehen: Bei Hunden mit Allergien, Nierenerkrankungen, Adipositas oder anderen Erkrankungen reicht kein Test als Grundlage — hier ist tierärztliche Beratung Pflicht. JosiDog Adult Sensitive 15 kg* (glutenfrei, für sensible Hunde) ist ein guter Ausgangspunkt für die Futterauswahl — aber kein Ersatz für eine individuelle Diagnose.
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Wenn du tiefer einsteigen möchtest: Mein Trockenfutter-Test 2026 bewertet Produkte nach einem eigenen, mehrstufigen Schema — mit Rohstoffqualität, Verdaulichkeit und Deklarationsklarheit als gleichwertige Kriterien neben der Nährstoffanalyse. Und für Nass-Futter-Fans empfehle ich einen Blick in meinen Nassfutter-Test 2026.
Häufige Fragen zur Stiftung Warentest Hundefutter
Wie oft testet die Stiftung Warentest Hundefutter?
Die Stiftung Warentest testet Hundefutter nicht nach einem festen Jahresrhythmus, sondern anlassbezogen. Größere Tests erscheinen im Schnitt alle ein bis zwei Jahre — zuletzt Trockenfutter im August 2025, Insektenfutter im Juli 2023 und Nassfutter im Mai 2022. Zwischen den Tests gibt es keine offizielle Aktualisierung der Einzelnoten, auch wenn Rezepturen sich geändert haben können. Ein gutes Testergebnis von 2022 sagt deshalb nichts über das heutige Produkt aus.
Sind Discounter-Hundefutter wirklich so gut wie Premium-Produkte?
Für einen gesunden, erwachsenen Hund ohne besondere Bedürfnisse kann ein nährstoffdeckendes Discounter-Futter funktionieren — das zeigen die Stiftung-Warentest-Ergebnisse. Premium-Produkte punkten dagegen häufig mit besserer Rohstoffqualität, transparenterer Deklaration und höherer Verdaulichkeit — Faktoren, die der Test nicht misst. Bei sensiblen Hunden, Junghunden, Senioren und kranken Tieren rate ich zu höherwertigen Produkten mit klarer Deklaration und idealerweise tierärztlicher Beratung.
Welche Hundefutter haben die Stiftung Warentest 2025 getestet?
Im Trockenfutter-Test August 2025 wurden 24 Produkte untersucht, darunter Marken wie Happy Dog, Josera, JosiDog, Wolfsblut, Bosch, Markus-Mühle, Herrmann's und Discounter-Eigenmarken (Aldi Romeo, Lidl Orlando, Kaufland K-Classic, Netto Pablo, Penny Lucky Dog, dm Dein Bestes, Rossmann Winston). Die vollständigen Noten sind kostenpflichtig auf test.de einsehbar (4,90 €). Öffentlich kommuniziert wurde, dass jedes dritte Produkt überzeugte und Tagesportionen ab 25 Cent möglich sind.
Warum schneidet animonda Gran Carno beim Test so schlecht ab?
Im Nassfutter-Test 2022 bewertete die Stiftung Warentest animonda Gran Carno Adult Rind + Herz mit "mangelhaft". Die Gründe lagen nach Tester-Angaben bei Mängeln in der Nährstoffdeckung und Deklaration — nicht beim Fleischanteil oder der Rohstoffqualität als solcher. Das illustriert gut, dass ein schlechtes Testergebnis kein pauschales Urteil über ein Produkt ist, sondern konkret auf die geprüften Kriterien verweist. Wer Nassfutter mit hohem Fleischanteil sucht, sollte das Produkt deshalb nicht allein aufgrund des Testergebnisses ausschließen, sondern die Deklaration selbst prüfen.
Lohnt sich das Bezahlen der Stiftung Warentest Ergebnisse?
Für 4,90 € erhältst du die vollständigen Einzelnoten aller getesteten Produkte des jeweiligen Tests. Das lohnt sich besonders, wenn du ein Produkt aus der Testgruppe bereits verwendest oder kaufen möchtest. Für einen allgemeinen Überblick über Futterqualität jenseits des Testfensters sind die Stiftung-Warentest-Ergebnisse jedoch nur ein Puzzlestück — ergänze sie durch eigene Deklarationslektüre und, bei speziellen Bedürfnissen, durch tierärztliche Beratung.
Was bedeutet "mangelhaft" bei Stiftung Warentest Hundefutter?
"Mangelhaft" (Note 4,5–5,0 in der Stiftung-Warentest-Skala) bedeutet, dass das Produkt in mindestens einem Hauptkriterium erhebliche Mängel aufweist — typischerweise bei der Nährstoffdeckung oder bei Schadstoffen. Das kann kritische Nährstoffunterdeckung bedeuten (z. B. zu wenig Kalzium für gesunde Knochen) oder erhöhte Belastung mit Pestiziden oder Schwermetallen. Produkte mit "mangelhaft" solltest du nicht dauerhaft füttern, auch wenn dein Hund sie gut frisst.
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